Urlaub und Zwischenseminar :)

Freitag, 05.02.2016

Hallo ihr Lieben, nach dem schönen Weihnachtsfest im Kinderdorf waren wir über Silvester bei peruanischen Bekannten in Lurin eingeladen. Es war wirklich ein toller Abend und ein Feuerwerk am Strand und um Mitternacht im Meer schwimmen ist schon nicht schlecht. Außerdem hatte das Haus einen Pool :)

Feuerwerk am StrandSilvester

Danach ist Tía Elsa (die Pflegemutter in meinem Haus) zu ihrer Familie in den Urlaub gefahren und wollte eigentlich bis zum 24. Januar wieder da sein, da wir auch Urlaub machen wollten. Bisher ist sie noch nicht wieder im Kinderdorf angekommen, aber das ist auch Peru - kurzes Update: nach sechs Wochen Urlaub haben wir sie zufällig am Tambo getroffen :) Die Zeit war sehr anstrengend, weil ich praktisch alleine für die Kinder verantwortlich war...aber in dieser Zeit habe ich die Kinder auch nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt :)

Lisa, Clara, Martina, Friedrich und ich sind trotzdem am 24. Januar nach Huaraz zum Wandern gefahren. Am ersten Tag haben wir uns beraten lassen und ein bisschen unsere nächsten Ausflüge geplant. Dienstag waren wir dann an der wunderschönen Lagune Churup, die uns als Anfängerroute empfohlen wurde - war sie aber nicht.Laguna Churup...

 

kaum steilgute Anfängerroute...

Am Mittwoch haben wir dann eine Tour zum Gletscher Pastoruri gebucht und waren auf 5000m Höhe - sehr beeindruckend. Für die nächste Nacht haben wir uns Zelte und Schlafsäcke geliehen und waren an der Lagune Willcacocha campen. Zum Glück war es nicht soo kalt, aber Regen, Wind und unser Gepäck haben es trotzdem zu einer anstrengenden Wanderung gemacht.

Gletscher Pastorouri

Am Samstag haben wir uns dann zur Lagune 69 aufgemacht, die zurecht zu den Highlights von Huaraz zählt, aber schaut auf den Bildern selbst.

Laguna 69

An unserem letzten Tag wollten wir ein bisschen Wellness machen und uns bei Brunch und in den Thermalquellen von den anstrengenden Wanderungen erholen. Das Essen hat auch super geklappt, aber als wir zu den heißen Quellen kamen, waren wir zunächst sehr verwirrt. Denn in dem Bad liefen alle Leute nur angezogen herum und man konnte nur ein kleines Schwimmbecken sehen und von Grotten, Dampfbädern oder heißen Bädern war keine Spur. Netterweise wurde uns dann alles erklärt es gibt einzelne Grotten, deren Vorkammern man abschließen kann und in denen man sich umziehen kann. Das haben wir dann gemacht und es wurde doch noch ein entspannter Nachmittag. Auf ein Bad zu fünft in einer Badewanne in der wir noch hätten baden können, haben wir dann verzichtet und sind am Sonntag wieder zurück nach Lima gefahren.

Nach unserer Ankunft um sechs Uhr am Montag ging es für Lisa und mich gleich weiter nach Huacho zu unserem Zwischenseminar von weltwärts. Bis jetzt ist es sehr schön und interessant die Erfahrungen und Erlebnisse der anderen Freiwilligen zu hören.

Souvenirs kaufenCaral   

Weihnachten im Kinderdorf

Mittwoch, 13.01.2016

Wie einige von Euch sicher wissen, war ja mein Papa vom 11. bis zum 27. Dezember zu Besuch in Peru und wir waren erst eine Woche auf den Galapagos-Inseln (unglaublich schön und interessant dort, aber dazu schreibe ich demnächst nochmal einen eigenen Eintrag). Auf jeden Fall waren wir am 21. Dezember wieder hier und haben noch die letzten Vorbereitungen für Weihnachten mitbekommen und zum Beispiel noch die letzten Weihachtskarten fertig gebastelt. An Heiligabend selbst haben wir dann alle Geschenke für die Kinder eingepackt beziehungsweise beschriftet. Abends sollte es vor der Bescherung einen Chorwettbewerb zwischen den verschiedenen Häusern geben und dafür musste natürlich noch geprobt werden. Um halb sieben fing es dann an und alle haben sich vor dem casa comunal versammelt. Zuerst wurde zu den Lieblings-Reggeaton-Songs mit Pompoms und Luftballons getanzt :) Zur Stärkung danach wurde Paneton und Kakao verteilt. Daraufhin begann der Gesangswettbewerb, den wir voluntarios mit "O Du Fröhliche" eröffnet haben. Dann waren die einzelnen Häuser dran - mein Haus hat "We wish you a Merry Christmas" gesungen, aber leider nicht gewonnen...

Als dann schon viele Kinder schliefen, wurden endlich die Geschenkekisten an alle Häuser verteilt und es gab Bescherung :) Für mein Haus ist außerdem ein Paket angekommen, dass fast zwei(!) Jahre unterwegs war. Um zwölf Uhr haben wir von unserem Dach aus das Feuerwerk in Cieneguilla beobachtet und danach unter uns voluntarios Wichtel-Bescherung gemacht :) Ich habe von meinem Wichtel Friedrich Blumen für unsere Dachterasse, Schokolade und eine selbstgebastelte Krippe geschenkt bekommen :)

Alles in allem war es ein sehr schönes Weihnachten - wenn auch ziemlich anders als daheim :)

Bescherung im Haus Casa 1 mit der Geschenkebox  Weihnachtsdeko Abigail mit ihrem Weihnachtsgschenk Victor Weihnachtsbaum mit Geschenken Weihnachtstanz Weihnachtstanz II

Promoción

Mittwoch, 23.12.2015

Kurz vor Weihnachten gab es nicht nur viel Besuch, sondern auch etwas zu feiern: Die Sommerferien standen an und die Kinder, die mit der primaria - also 6 Jahren Grundschule - oder der secundaria - also der weiterführenden Schule - fertig sind, waren zur Promoción eingeladen. 

Da Samuel mich gefragt hat, ob ich seine Patin sein möchte, konnte ich mit zu seiner Abschlussfeier der Grundschule in einen der vielen Freizeitclubs hier in Cieneguilla.

Nachdem die Anzüge und Kleider für den Abend ausgeliehen waren, die Schminke aufgetragen und die Haare gestylt waren, konnte es losgehen. 

Hier ein Gruppenfoto von einem Abend, an dem kaum bemerkt hat, dass unsere Kinder hier im Aldea leben nicht bei ihren Familien :)

Mein Patenkind Samuel :)Gruppenfoto nach der Feier

Visitas vor Weihnachten

Montag, 30.11.2015

Am letzten Wochenende im November hatten wir hier im Kinderdorf einen besonderen Besuch, denn etwa 50 Pfadfinder haben ihre Zelte hier aufgeschlagen und ein komplettes Wochenende mit den Kindern und uns verbracht. Es waren bisher einige der schönsten Tage hier, weil alle sehr entspannt und ausgelassen waren und man das Gefühl hatte, dass keiner an seine Sorgen gedacht hat.

Anfangen sollte es mit der Ankunft der scouts am Freitagnachmittag - aber da wir hier in Peru sind, wurde es ein Uhr nachts bis alle da waren... 

Am nächsten Morgen haben die Pfadfinder nach dem Frühstück und einem Rundgang durch das Kinderdorf bei den talleres, also zum Beispiel Kartenwerkstatt, Armbänder knüpfen, Bäckerei, Garten, Küche,... mitgeholfen. Danach wurden in einer Zeremonie die peruanische und die Flagge der Pfadfinder aufgehängt. Nach dem Mittagessen standen dann verschiedene Spiele auf dem Programm und alle waren sehr stolz, denn unsere Kinder haben jedes einzelne dieser eigentlich typischen Pfadfinder-Spiele gewonnen :)

Bäckerei-Taller Tía Leyda und Lisa in der Küche Spiele-Vorbereitung Knotenspiel José-Luis beim Knoten binden Knotenspiel nach einem gewonnenen Spiel Tío Hibo freut sich über das gewonnene Spiel Rosa und Ariana beim Sackhüpfen Seilhüpf-Spiel unser Ober-Pfadfinder ein weiteres Pfadfinder-Spiel ein weiteres Pfadfinder-Spiel Tío Hibo freut sich :) Italo und Anderson Fußball Tanzen Gisela, Fiorella und Ana Ruth Danielita und ich Flaggen-Zeremonie Flaggen-Zeremonie Friedrich und Abigail

Abends wurden bei Lagerfeuer Sketche und Musikstücke vorgeführt und fleißig gesungen. Am nächsten Morgen wurden dann die Fahnen wieder feierlich abgehängt und es gab einige Spiele zum Abschluss.

Aniversario des Kinderdorfs

Montag, 23.11.2015

Hallo ihr Lieben,

sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe!

Hier im Kinderdorf war vor Weihnachten ziemlich viel zu tun und an den Wochenenden sind immer mehrere Besuchergruppen mit Geschenken und Programm gekommen. Die Bilder dazu kommen noch :)

Vorher wurde aber am  22. November der 26. aniversario des Kinderdorfs gefeiert.

Hier ein paar Eindrücke:

Tanzaufführung am aniversarioAna Ruth am aniversario  Tanzaufführung am aniversario Tanzaufführung am aniversario Musikaufführung am aniversario  Messe am aniversarioKindergartenkinder am aniversario Kindergartenkinder am aniversario

 

Eröffnung Tienda Tía Emma

Samstag, 14.11.2015

Am 1.November war es endlich soweit und unser Kinderdorf-Laden hatte zum ersten Mal geöffnet. Die Kinder haben sich schon total darauf gefreut und alle waren sehr gespannt, was es wohl alles zu kaufen gibt.

Begutachten der Preisliste die Warteschlange

Wir Freiwilligen hatten beim Verkauf alle Hände voll zu tun und von unseren 50 Bananen waren nach einer Stunde keine mehr da...

Lisa, Friedrich und Lili beim Verkaufen 7 Aldea Soles Warten... Anayeli Anthony, Willy & Edú

Auch wenn einige Geldbeutel schon am ersten Tag verschwunden waren, hatten alle sehr viel Spaß mit dem Laden und haben schon überlegt, was sie sich von ihrem nächsten Taschengeld kaufen werden :)

Traurige Nachrichten...

Mittwoch, 11.11.2015

Es ist mittlerweile schon drei Wochen her und einige von Euch haben es bestimmt schon mitbekommen, aber ich schreibe es jetzt auch nochmal hier: Mein kleiner Juan de Dios (eineinhalb Jahre alt) wurde vom Frauenministerium abgeholt und lebt jetzt bei seiner Großmutter.
Als ich an diesem Mittwoch von meiner Ärztin aus Lima zurückgekommen bin, stand ein Transporter vor dem Büro. Da der Vater der Präsidentin und Gründer des Kinderdorfs zurzeit nicht so gut laufen kann, dachte ich zunächst, dass der Transporter wegen ihm da sei. Dann bin ich hoch ins casa comunal und die anderen Freiwilligen haben geweint und mir gesagt, dass Juan de Dios abgeholt wird. Es war für uns alle, aber vor allen Dingen für seine beiden Halbgeschwister, die weiterhin im Kinderdorf leben, sehr schlimm. Sogar der Fahrer vom Ministerium hatte Tränen in den Augen. Meine Tía, die Psychologin und ich sind dann mit dem Kleinen und der Mitarbeiterin des Ministeriums zusammen nach Lima zum Frauenministerium gefahren. Er hat auf der Fahrt die meiste Zeit geschlafen und ich glaube, dass der Abschied so gut wie möglich war. Wir mussten ihn zur medizinischen Untersuchung abgeben und es wurde gesagt, dass wir ihn auf jeden Fall noch einmal sehen. Das war dann nicht der Fall, aber so ist es - mir zumindest - nicht ganz so schwer gefallen.

man muss ihn einfach liebenes gab Schokobananen :)
Am nächsten Tag wurden mir diese zwei Fragen mindestens 20 Mal gestellt: Dónde está Juan de Dios? (Wo ist Juan de Dios? - woraufhin ich geantwortet habe, dass er jetzt bei seiner Großmutter lebt) und lloraste por eso? (Hast du deswegen geweint? - was ich mit si, mucho, also ja, viel beantwortet habe). Dazu muss ich vielleicht kurz erklären, dass im Kinderdorf immer gesagt wurde, dass er mein Sohn sei und er mich entweder mit mama oder tina gerufen hat. Wir haben auch wirklich fast alles zusammen gemacht - vom anziehen, essen, wickeln, in den Kindergarten bringen, Flasche machen, Mittagsschlaf, spazieren gehen bis abends ins Bett bringen. Eine andere Freiwillige meinte einmal zu mir: "Was würde Juan de Dios eigentlich ohne dich machen?".

Die Psychologin erzählte ein paar Tage später, dass wir Juan de Dios demnächst mal mit seinen Geschwistern zusammen besuchen könnten. Lisa, Antwuan und Shantal waren gestern auch da (ich konnte nicht mit, weil ich noch im Krankenhaus war) und es geht dem Kleinen wohl auch ganz gut. Lisa meinte, dass er hier bestimmt glücklicher war, aber er gesund ist und sogar zugenommen hat. An sich ist es ja gut, wenn die Kinder bei ihren Familien leben können, aber in diesem Fall war es mal wieder typisch peruanisch: Die Leute vom Ministerium standen ohne Vorwarnung vor der Tür und haben gesagt, dass sie Juan de Dios jetzt sofort mitnehmen. Jetzt lebt er wieder bei der Familie, von der er vorher weggeholt wurde. Außer hoffen, dass es dem Kleinen dort gut geht, können wir im Moment leider nichts tun...

Antwuan und Juan de Diosbeim Kuchen backen  sein erstes Wort: zapato - Schuh beim Spielen warten auf das Frühstück    :)  Klimmzüge  der Kinderwagen steht auch schonmal zum Trocknen auf dem Dach...Dónde está el loro? - Wo ist der Papagei? ...   auf dem Weg zum Ministerium 

Spendenaufruf Kiosko Tía Emma

Sonntag, 25.10.2015

Hallo Ihr Lieben,

wir Freiwilligen hatten die Idee, einen kleinen Laden für die Kinder hier im Kinderdorf zu eröffnen. Dazu brauchen wir Eure Hilfe, aber lest selbst :)

Für Euch ist es normal, dass Ihr Euch etwas kaufen könnt, etwas was dann ganz allein Euch gehört. Etwas das neu ist. Etwas das noch niemand zuvor getragen hat oder auf das sonst niemand Anspruch erhebt. Für Euch ist es normal, dass Ihr Eure Sachen gut behandelt, schließlich versteht Ihr den Wert und wisst, was Ihr geleistet habt, um sie besitzen zu können.

Den Kindern hier im Kinderdorf Westfalia geht es ganz anders. Das Kinderdorf ist auf großzügige Spenden angewiesen und so sind ihre Kleider getragen, ihr Essen ist geschenkt, ihre Spielsachen gespendet. Sie haben kein Taschengeld mit dem sie sich Süßigkeiten, neue Klamotten, Spielsachen oder sonst etwas kaufen können. Sie verstehen auch den Wert nicht, den ihre Sachen haben. Gleichzeitig haben sie kein Verhältnis zu Geld.

Wir Freiwilligen wollen das gerne ändern. Deshalb eröffnen wir einen kleinen Kiosk "Tía Emma", in dem die Kinder verschiedene Dinge kaufen können - Obst, Süßigkeiten, Spielsachen etc. Natürlich nicht mit echtem Geld, wir führen ein Taschengeld ein, mit einer selbsterfundenen Währung. Diese "Aldea Soles“ bekommen die Kinder einmal pro Woche ausgezahlt. Um den Kindern überhaupt eine Auswahl an Ware bieten zu können, sind wir auf Eure Hilfe angewiesen.

Hier in Peru kann man mit 5 – 10 Euro schon eine Menge anfangen. Ein Beispiel: Für 30 Sol (ca. 8 Euro) könnten wir bereits 150 heißbegehrte Bananen kaufen. Wir wissen, es gibt 1 Millionen Möglichkeiten mit Geld auf dieser Welt etwas Gutes zu tun, aber Ihr kennt uns, Ihr wisst wo wir sind und dass Euer Geld hier ankommt.

Mit ein paar Spenden können wir den Kindern schon einiges vermitteln und sie damit auf die Zukunft vorbereiten.

Über Eure Unterstützung würden wir uns sehr freuen!

Wenn Ihr bei unserem Projekt mithelfen wollt, meldet Euch einfach bei mir :)

Aldea Soles werden gebasteltLisa, Carlotta & Clara beim Basteln der Aldea Soles

Ein ganz normaler Tag (Teil I)

Sonntag, 11.10.2015

Da ich oft gefragt werde, was ich hier so den ganzen Tag treibe, versuche ich mal, einen "normalen" Tag hier im Kinderdorf zu beschreiben. Das normal steht in Anführungszeichen, weil es eigentlich keine normalen Tage hier gibt. Irgendwann fällt irgendwem immer noch irgendwas ein, was unbedingt noch gemacht werden muss und zwar am besten vorgestern schon. Aber das ist eine andere Geschichte.

6:30 - 8:00 Uhr

Also mein Wecker klingelt morgens um kurz nach sechs zum ersten Mal und dann stehe ich meistens so um zwanzig nach auf, dass ich um halb sieben in meinem Haus bin. Da ist dann auch schon ganz schön was los: David, Gadiel, Yefry und Victor müssen sich für die Schule fertig machen und ihre tareas (Aufgaben) erledigen. Das sind zum Beispiel spülen, fegen (was sonst?) oder wischen. Dann müssen sie ihre Schuluniformen suchen, anziehen und Schuhe putzen, was des Öfteren zu Tränen führt und eigentlich nie reibungslos klappt. Einmal ist das Hemd schmutzig, dann sind die Socken verschwunden oder die Hose ist über nacht nicht richtig trocken geworden. Meistens ist zusätzlich der Schulrucksack nicht auffindbar und Bücher, Hefte und Stifte sind im ganzen Haus verteilt. Während der Suche wickle ich oft noch Juan de Dios und ziehe ihn um, damit wir zusammen mit den Schulkindern frühstücken können. Es gibt jeden Tag zwei am Abend vorher in unserer panaderia gebackene Brötchen (die sind richtig lecker und schmecken meistens wie Hefebrötchen, manchmal aber auch nicht so süß) und dazu leche (das heißt übersetzt Milch, aber hat mit unserem Verständnis davon relativ wenig zu tun..). Wenn die Jungs in der Schule sind, fangen auch die großen Evelyn, Estrella und Moises an ihre tareas zu erledigen und die Mädels gehen dann in die Küche und Moises hilft im Garten oder beim Müll einsammeln. In der Zeit mache ich Juan de Dios für den Kindergarten fertig und bringe ihn gegen acht Uhr dort hin. Dann habe ich Pause :) Manchmal denke ich darüber nach, was ich daheim bis um acht Uhr normalerweise alles gemacht habe. Da ist das hier doch um einiges sinnvoller :)

8:00 - 10:00 Uhr

Von kurz nach acht bis neun (meistens ein bisschen später..) sind wir dann mit den anderen Freiwilligen im casa comunal und frühstücken nochmal was oder machen irgendwelche mehr oder weniger sinnvollen Dinge :) Danach arbeite ich mit Diego, einem Straßenjungen, der mit fast 10 Jahren weder lesen noch schreiben kann. Aber zu Diego schreibe ich später nochmal mehr :)

10:00 - 12:30 Uhr

Wenn Diego und ich fertig sind, gehe ich meistens mit den anderen Mädels in die munualidades (Kartenwerkstatt) wo wir im Moment Weihnachtskarten basteln :) Um halb eins gibt es dann bei mir im Haus Mittagessen und ich füttere Juan de Dios. Meistens gibt es Reis mit Erbsen, Linsen oder Kartoffeln.

Wie Dinge in Peru so laufen

Montag, 05.10.2015

Hallo ihr Lieben,

hab mir gedacht, jetzt wo ich seit zwei Monaten hier bin, schreibe ich mal ein bisschen wie man verschiedene Dinge hier in Peru so handhabt beziehungsweise Probleme löst. Bisher ist das das typische Bild eines Peruaners:

fegen, fegen, fegen

richtig. es wird gefegt. oft. sehr oft. also eigentlich fast immer.

Es gibt Berufe, die gibt es gar nicht. Hier ein paar Beispiele: Im Parkhaus des EInkaufszentrums sitzt ein Mensch neben dem Parkautomaten, drückt auf den Knopf und reicht den Autofahreren das Parkticket. Beim Herausfahren nimmt er es wieder entgegen und steckt es in den Automaten damit sich die Schranke öffnet. Den Bus zahlt man in den seltensten Fällen beim Einsteigen. Während der Fahrt läuft jemand im Bus herum und sammelt das Geld ein. Er öffnet auch die Tür wenn der Bus anhält (es gibt eigentlich keine festen Bushaltestellen, wenn man aussteigen möchte, ruft man laut "bajar" und der Bus hält an). Busfahrpläne gibt es auch nicht, man stellt sich an die Straße und wartet, bis der nächste Bus kommt. Das schafft Arbeitsplätze: An einigen Haltestellen sitzen nämlich Menschen und schreiben die Zeiten der Busse auf (meistens verkaufen sie auch noch Wackelpudding oder Getränke). Diese sagen sie dem nächsten Bus und bekommen dafür ein bisschen Geld in die Hand gedrückt. Je nachdem ob der vorherige Bus schon vor längerer Zeit da war oder erst vor wenigen Minuten, geht die Fahrt entweder rasant weiter oder man wird ab dann von Radfahrern überholt.

Da ich in den letzten zwei Wochen ein paar Magenprobleme hatte, war ich in Lima bei einer deutschen Ärztin. Die Medikamente, die man verschrieben bekommt, erhält man in der Apotheke so:

Meine Medikamente...

Generell sind die Menschen hier viel entspannter als in Deutschland. In dem Buch, das ich gerade lese, schreibt ein Mann über seine Weltreise und er meinte, dass er das typisch deutsche "Effizienzdenken" einfach nicht aus seinem Kopf bekommt. Und das geht uns eigentlich allen so hier. Man denkt unheimlich oft, dass DInge sooo umständlich und unpraktisch gelöst werden. Und wenn man irgendetwas nicht machen kann / darf / will, dann verschiebt man es auf unbestimmte Zeit - mit dem Wort mañana, was eigentlich morgen heißt :D

Das ist übrigens eine Angewohnheit, die man ganz schnell und gerne übernimmt, weshalb es bis jetzt hier auch noch nicht so viel zu lesen gibt,,aber ich versuche öfters mal ein bisschen was zu schreiben :)

bis bald ♡

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.